Tagesordnungspunkt

TOP Ö 8: Wirtschaftlichkeitsuntersuchung Abfallwirtschaft 2012;
Optimierungsansätze Wertstoffsammelstellen

BezeichnungInhalt
Sitzung:26.02.2013   PLA/025/2013 
Beschluss:einstimmig beschlossen
Vorlage:  V-PLA/13/062 

 

Zu Beginn erinnerte Baudirektor Haedke daran, dass Herr Dr. Tiebel von Ing.- Büro ATUS im vergangenen Jahr das abfallwirtschaftliche Gutachten vorgestellt habe und darin u.a. eine Kundenbefragung auf den Wertstoffsammelstellen empfohlen habe. Inzwischen sei diese durchgeführt worden, die Ergebnisse werde Frau Rolfes von der Abfallberatung des Landkreises vorstellen.

 

Der Vortrag von Frau Rolfes ist der Niederschrift beigefügt.

 

Frau Rolfes informierte die Anwesenden darüber, dass im Rahmen der Kundenbefragung auf allen 11 Wertstoffplätzen an jeweils 24 Tagen insgesamt 328 Kunden befragt worden seien. Die Befragung könne als absolut aussagerelevant angesehen werden.

Die Befragung habe ergeben, dass die Anlieferer auf den Wertstoffsammelstellen überwiegend Männer im Alter von 31 bis 55 Jahren seien, die mit PKW bzw. PKW mit Anhänger anlieferten. Hinsichtlich der Häufigkeit sei festgestellt worden, dass überwiegend 2 x pro Monat oder 1 x pro Jahr größere Mengen angeliefert werden. Bester Anliefertag sei der Samstag, dem der Freitag dicht folge, danach der Mittwoch. Abgegeben würden zu über 90 % Gartenabfälle. Nur zu einem geringen Anteil nutze man die Wertstoffhöfe, um gelbe Säcke zu holen oder Restabfallsäcke für zusätzlichen Hausmüll zu erwerben.

Weiterhin führte sie aus, dass die Kunden u.a. auch zu den Öffnungszeiten befragt worden seien. Von den 4 Kategorien (sehr zufrieden, zufrieden, weniger zufrieden, nicht zufrieden) seien nur die drei ersteren in Anspruch genommen worden. Keine der befragten Personen sei mit den angebotenen Öffnungszeiten nicht zufrieden gewesen. Gleiches gelte für die Beschilderung der Zufahrt der Wertstoffhöfe und die Übersichtlichkeit und Beschilderung der Sammelcontainer.

Anders sehe es bei der Zufriedenheit mit der Bedienbarkeit der Sammelcontainer aus. Hier hätten sich über 10 % weniger zufrieden geäußert. Als Grund seien hier die Grünschnittcontainer angegeben worden, die allgemein als zu hoch und damit das Befüllen als zu mühsam angesehen würden. Außerdem wurde die Treppe davor als gefährlich eingestuft.

Die Sauberkeit auf den Wertstoffsammelstellen wurde durchweg zufriedenstellend eingestuft, gleichermaßen auch das Entsorgungsangebot.

Neben der allgemeinen Zufriedenheit der Kunden wurden auch Wünsche und Anregungen geäußert. Zum einen bezog sich dies auf eine teilweise gewünschte Verlängerung der Öffnungszeiten am Samstag und am Montag, zum anderen sei gewünscht worden, dass Glas- und Altkleidercontainer mit auf dem Platz stehen sollten. Auch wurde der Wunsch geäußert, auf den Wertstoffsammelstellen Elektrogeräte und Computerschrott abgeben zu können. In Einzelfällen bestehe der Wunsch, Farbe, Holz und Restmüll dort zu entsorgen.

Frau Rolfes erklärte abschließend, die befragten Kunden seien in hohem Maße bereit gewesen, an den Interviews teilzunehmen. Auf die örtliche Nähe der Wertstoffsammelstellen sei die Resonanz durchweg positiv ausgefallen. Die Bürger seien zufrieden, weiterer Bedarf werde bei vielen nicht gesehen.

Aus der Umfrage seien drei Vorschläge erarbeitet worden, die Gegenstand der Vorlage seien.

 

Der Ausschussvorsitzende dankte Frau Rolfes für ihren Vortrag.

 

Im Anschluss daran trug Baudirektor Haedke die Optimierungsansätze entsprechend der Vorlage vor.

Hinsichtlich der Grünschnittcontainer schlug er vor, bis Ende 2014 (Ende des derzeitigen Entsorgungsvertrages für diese Container) versuchsweise bei den Wertstoffsammelstellen in Barßel, Bösel, Essen, Friesoythe und Löningen offene Abrollmulden mit einer niedrigeren Schütthöhe von ca. 80 cm einzusetzen. Dies würde zu zusätzlichen Kosten in Höhe von 33.000€ führen.

Auf Rückfrage erklärte er, dass das direkte Abladen der Grünabfälle auf den Wertstoffhöfen der Wunsch vieler Bürger sei. Hierbei sei aber zu beachten, dass dafür eine befestigte Platte zur Größe von ca. 15 x 20 m bei jedem Wertstoffhof erforderlich sei. Werde diese Platte überdacht, müsse das Dachwasser z. B. über Sickermulden abgeführt werden. Werde die Platte nicht überdacht, entstehe bei Regen in erheblichen Mengen Sickerwasser, welches einer Kläranlage zugeführt werden müsse. Dies verursache pro Wertstoffsammelstelle hohe Kosten. Das Einlassen der Container sei eine weitere Alternative, wobei aber wiederum mit eintretendem Sickerwasser in größeren Mengen zu rechnen sei. Auch dieses müsse dann teuer und aufwändig entsorgt werden. Daher plane man zur Zeit nicht, diese letztgenannten Vorschläge weiter zu verfolgen. Es bleibe abzuwarten, wie der Versuch mit den neuen Containern angenommen werde.

 

Baudirektor Haedke schlug entsprechend der Vorlagen -Nr. V-PLA/13/062 weiterhin vor, als Resultat aus der Kundenbefragung zusätzliche Sammelstellen für die kleineren Altelektrogeräte (IT- und Unterhaltungselektronik und Elektrokleingeräte) auf den 11 Wertstoffhöfen einzurichten. Der bisher erwirtschaftete Erlös werde sich dadurch verringern, weil für die Containergestellung für die Altgeräte eine Vergütung zu zahlen sei. Diese zusätzlichen Sammelstellen sollten zunächst für drei Jahre erprobt werden. Danach solle neu entschieden werden.

 

Abschließend wies Baudirektor Haedke darauf hin, dass als weiteres Ergebnis des abfallwirtschaftlichen Gutachtens und der Kundenbefragung zukünftig wieder Altkleidercontainer auf den Wertstoffsammelstellen aufgestellt werden sollten. Dies sei mit dem Kolpingwerk bereits vereinbart worden.

 

Kreistagsabgeordneter Dobelmann begrüßte das geplante zusätzliche Angebot auf den Wertstoffhöfen. Er wies darauf hin, dass dies auch hinreichend öffentlich gemacht werden müsse, damit die Bürger das Angebot nutzen könnten.

 

Auch Kreistagsabgeordneter Haupt sprach sich für die Erweiterung des Angebotes auf den Wertstoffsammelstellen aus.

 

Kreistagsabgeordnete Nüdling erkundigte sich nach weiteren im Gutachten von der Fa. ATUS enthaltenen Vorschlägen, u.a. hinsichtlich des Personals auf den Wertstoffhöfen. Der Gutachter hatte seinerzeit empfohlen, mit einigen Mitarbeitern Kündigungsgespräche zu führen.

 

Baudirektor Haedke führte dazu aus, dass das Gutachten weitere Vorschläge enthalte, z. B. hinsichtlich der Wertstofftonne, der Kompostierung, etc. Dies werde nach und nach abgearbeitet. Hierzu gehöre auch der Teil, der das Personal auf den Wertstoffhöfen betreffen würde.

 

Leitender Baudirektor Raue ergänzte, dass ein Teil der Probleme mit dem Personal sich bereits erledigt habe, da die Mitarbeiter selbst gekündigt hätten oder aber inzwischen die Altersgrenze erreicht hätten bzw. in Kürze erreichen würden. Möglicherweise seien keine Kündigungsgespräche mehr notwendig.

 

Auf entsprechende Nachfrage wies Baudirektor Haedke darauf hin, dass es für die Mitarbeiter auf den Wertstoffhöfen regelmäßige Informationen und Qualifizierungsmaßnahmen gebe. Es sei auch zu berücksichtigen, dass das neue Kassensystem mit der Abrechnung an mobilen Terminals vor 2-3 Jahren eingeführt worden sei. Jeder Vorgang sei abzurechnen, der Kunde solle sofort eine Quittung erhalten. Hierzu gebe es eine klare Arbeitsanweisung.

 

Kreistagsabgeordneter Willen begrüßte im Namen der CDU-Fraktion die Durchführung der Umfrage. Die CDU unterstütze die Umsetzung der Optimierungsansätze.

 

Kreistagsabgeordnete Nüdling sprach sich ebenfalls für die Optimierung aus. Den Wünschen der Bürger solle hier nachgekommen werden.

 

Abschließend beschloss der Ausschuss für Planung und Umwelt einstimmig, dem Kreisausschuss zu empfehlen, entsprechend der Vorlagen -Nr. V- PLA/13/062 allen drei Optimierungsmaßnahmen zuzustimmen:

  • Versuchsweise Ausstattung der Wertstoffsammelstellen Barßel, Bösel, Essen, Friesoythe und Löningen mit offenen Abrollmulden für die Restlaufzeit des Entsorgungsvertrages für Grünschnitt
  • Einrichtung von 11 weiteren Sammelstellen für Altelektrogeräte der Sammelgruppen 3 und 5 auf den Wertstoffsammelstellen für die Dauer von drei Jahren
  • Aufstellung von Altkleidercontainern auf den Wertstoffsammelstellen.