BezeichnungInhaltBezeichnungInhalt
Name:V-SOZ/14/043  
Art:Sitzungsvorlage  
Datum:07.07.2014  
Betreff:Antrag des Vereins "Kontaktstelle und Krisendienst im Landkreis Cloppenburg e.V." auf Gewährung eines Zuschusses für die Jahre 2015 bis 2017
DokumenttypBezeichnungAktionen
Dokument anzeigen: Vorlage Dateigrösse: 21 KBVorlage 21 KB
Dokument anzeigen: Antrag Kontaktstelle und Krisendienst Dateigrösse: 2 MBAntrag Kontaktstelle und Krisendienst 2 MB
Dokument anzeigen: Bericht Kontaktstelle und Krisendienst 2013 Dateigrösse: 4 MBBericht Kontaktstelle und Krisendienst 2013 4 MB
Dokument anzeigen: Statistik Krisendienst 2013 _ Gesprächsdauer Dateigrösse: 178 KBStatistik Krisendienst 2013 _ Gesprächsdauer 178 KB
Dokument anzeigen: Statistik Krisendienst 2013 _Einschätzung der Problematik Dateigrösse: 192 KBStatistik Krisendienst 2013 _Einschätzung der Problematik 192 KB
Dokument anzeigen: Statistik Krisendienst 2013_Anzahl Gespräche Dateigrösse: 197 KBStatistik Krisendienst 2013_Anzahl Gespräche 197 KB

Sachverhalt:

 

Der Verein „Kontaktstelle und Krisendienst im Landkreis Cloppenburg e.V.“ beantragt mit Schreiben vom 04.07.2014 für die Jahre 2015 bis 2017 eine Bezuschussung für den nichtärztlichen Krisendienst in Höhe der entstehenden Aufwandsentschädigungen von jährlich 5.500 € sowie eine Bezuschussung für die Sachkosten der Kontaktstelle in Höhe von jährlich 16.300 €. Gegenüber den Vorjahren kommt es bei den Sachkosten der Kontaktstelle zu einer Steigerung in Höhe von 280 €. Beantragt wird ein um 100 € gestiegener Zuschuss, der restliche Betrag wird über eine Steigerung der Eigenmittel und Spenden des Vereins finanziert.

 

Das Projekt „Kontaktstelle mit Krisendienst“ begann in 2007 als Gemeinschaftsprojekt des Caritas-Vereins Altenoythe, des St. Elisabeth-Stifts Lastrup, des St. Josefs-Stifts /Gemeinde-

psychiatrisches Zentrum sowie des St. Leo-Stifts Essen. Nach Ablauf der dreijährigen Projektlaufzeit war die Kontaktstelle erfolgreich installiert und Ende 2010 in ehrenamtliche/freiwillige Strukturen übergegangen. Seit Beginn des Projekts erfolgt durch den Landkreis Cloppenburg als freiwillige Leistung eine Bezuschussung für die Kontaktstelle in Höhe von jährlich 16.200 € als Defizitausgleich.

 

Zur weiteren Aufrechterhaltung des nichtärztlichen psychosozialen Krisendienstes insbesondere auch als Hintergrunddienst für die Kontaktstelle an Wochenenden und Feiertagen erhielt der Caritas-Verein Altenoythe ab 2011 zusätzlich einen Zuschuss von bis zu 5.500 € zur Finanzierung der Aufwandsentschädigungen für die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Krisendienstes.

 

Im Sommer 2012 änderte sich die Trägerschaft, es gründete sich der Verein „Kontaktstelle und Krisendienst im Landkreis Cloppenburg e.V.“. Die bisherigen 4 Träger wurden Mitglieder des Vereins und sind weiterhin unterstützend tätig. Dem Verein liegt vom Finanzamt Cloppenburg eine vorläufige Bescheinigung für mildtätige Zwecke vor. Aktuell hat der Verein 38 Mitglieder.

 

In 2013 waren insgesamt 24 Personen ehrenamtlich in der Kontaktstelle mit unterschiedlichen Schwerpunkten tätig, davon haben 16 Personen eigene Psychiatrieerfahrung. Drei dieser ehrenamtlichen Personen übernehmen regelmäßig besondere Verantwortung für bestimmte Aufgabenbereiche und erhalten dafür eine monatliche Aufwandsentschädigung von 100 €.

 

Die Kontaktstelle ist Montags - Freitags in der Zeit von 10:00 – 13:00 Uhr sowie von 16:00 – 19:00 Uhr und Samstags, Sonntags und an Feiertagen von 14:00 – 17:00 Uhr geöffnet. In der Kontaktstelle setzen sich somit täglich - auch an Sonn- und Feiertagen – Menschen mit und ohne Psychiatrieerfahrung in vielen verschiedenen Tätigkeitsbereichen ehrenamtlich/freiwillig für andere Menschen ein. Dieses Zusammenwirken von Menschen mit und ohne Psychiatrieerfahrung in der Kontaktstelle trägt nach Darstellung des Vereins wesentlich zur Förderung des Gemeinwesens bei. Das niedrigschwellige Angebot der Kontaktstelle unterstützt die Selbständigkeit und die Selbstbestimmung psychisch kranker Menschen.

 

Die erforderliche fachliche Unterstützung und Begleitung der ehrenamtlich in der Kontaktstelle tätigen Personen erfolgt in der Woche durch hauptamtliche Mitarbeiter der Tagesstätte des GPZ oder erforderlichenfalls auch durch hauptamtliche Mitarbeiter der anderen ehemaligen Projektträger. An Wochenenden und Feiertagen übernimmt diesen Hintergrunddienst der Krisendienst.

 

 

 

Die inhaltliche Begründung für den Krisendienst war das Fehlen geeigneter Hilfen für Personen mit psychischen Problemen an Wochenenden und Feiertagen. Zwar stehen während der üblichen wochentäglichen Öffnungszeiten ein weitgefächertes medizinisch-therapeutisches Hilfesystem mit niedergelassenen Fach- und Hausärzten und psychiatrischer Institutsambulanz sowie der Sozialpsychiatrische Dienst zur Verfügung, diese fehlen jedoch größtenteils an Wochenenden und Feiertagen.

 

Der telefonische Krisendienst ist Freitags in der Zeit von 18:00 – 23:00 Uhr sowie Samstags, Sonntags und an Feiertagen in der Zeit von 14:00 – 23:00 Uhr erreichbar. Im Krisendienst engagierten sich in 2013 8 Fachkräfte aus psychosozialen Einrichtungen des Landkreises Cloppenburg ehrenamtlich/freiwillig gegen eine Aufwandsentschädigung. Die Aufwandsentschädigung beläuft sich auf 100 € pro Wochenende und pro Feiertag. Die Beratung erfolgt überwiegend telefonisch und bietet Hilfe zur Selbsthilfe in seelischen Notlagen für Betroffene und auch für Angehörige, Bekannte oder Freunde. Die Mitarbeiter/innen des Krisendienstes klären die Problematik, informieren über weitergehende Hilfen und stellen bei Bedarf Kontakt zu weiter betreuenden Stellen her (z.B. ärztlicher Notdienst, psychiatrische Kliniken oder auch Polizei und Ordnungsamt).

 

In 2013 gab es gegenüber den Vorjahren eine weiter gestiegene Anzahl an Anrufen, insgesamt waren es 146 Personen (96 Klienten, 17 Angehörige, 21 sonstige Personen und 9 Personen ohne Angabe), 3 Anrufe kamen aus der Kontaktstelle. Viele Klienten verfügten bereits über Kontakte im professionellen Hilfesystem. Am häufigsten genannt wurden die Hausärzte, danach die Fachärzte sowie die psychiatrischen Kliniken und der Sozialpsychiatrische Dienst. Häufig wurden akute Krisen als Grund des Anrufs benannt (42 Mal in 2013). Dabei spielten oftmals psychische Reaktionen auf äußere Belastungen, aber auch psychische Erkrankungen im engeren Sinne eine Rolle. Hierbei spielte in 19 Fällen auch Suizidalität eine Rolle. Die Menschen riefen am häufigsten, wie in den Jahren zuvor, zwischen 20.00 Uhr und 23.00 Uhr an den Wochenenden (freitags, samstags und sonntags) an. Im Vergleich zu den Vorjahren und der deutlich gestiegenen Anzahl an Anrufen hat die Häufigkeit der Kurzgespräche von bis zu drei Minuten Dauer weiter abgenommen. Stattdessen nimmt die Anzahl der Gespräche über 30 Minuten Dauer deutlich zu.

 

 

 

Zu beraten ist, ob dem Verein „Kontaktstelle und Krisendienst im Landkreis Cloppenburg e.V.“ als freiwillige Leistung des Landkreises Cloppenburg

 

§      für den nichtärztlichen psychosozialen Krisendienst ein Zuschuss in Höhe der entstehenden Aufwandsentschädigungen von jährlich bis zu 5.500 € gewährt werden soll

§      für die Kontaktstelle ein Zuschuss in Höhe von jährlich bis zu 16.300 € gewährt werden soll

§      die Zuschüsse für die Haushaltsjahre 2015 – 2017 bewilligt werden sollen

 

 


Finanzierung:

 

In der Haushaltsplanung 2015 können die vom Verein “Kontaktstelle und Krisendienst im Landkreis Cloppenburg e.V.“ beantragten Zuschüsse noch berücksichtigt worden.

 

Produkt: P1.412000 Gesundheitseinrichtungen

 

 


Anlagenverzeichnis:

 

·      Antrag Kontaktstelle und Krisendienst

·      Bericht Kontaktstelle/Krisendienst für 2013

·      Statistik des Krisendienstes 2013