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Name:V-SOZ/13/029  
Art:Sitzungsvorlage  
Datum:09.04.2013  
Betreff:Antrag der IntegrationslotsenInnen (I-Lotsen) und der Volkshochschule Cloppenburg (VHS) auf Übernahme der Kosten für die Arbeit der I-Lotsen und den Aufbau eines Netzwerkes im Landkreis Cloppenburg
DokumenttypBezeichnungAktionen
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Dokument anzeigen: Antrag der Integrationslotsen und der  VHS vom 19.09.2012 Dateigrösse: 5 MB Antrag der Integrationslotsen und der VHS vom 19.09.2012 5 MB
Dokument anzeigen: Statistik über geleistete Überstunden Integrationslotsen Dateigrösse: 37 KB Statistik über geleistete Überstunden Integrationslotsen 37 KB

Sachverhalt:

 

Beantragt werden 18.200 Euro für Sachkosten des Integrationslotsenbüros, Personalkosten für eine Teilzeitkraft mit 20 Stunden pro Woche und die Aufwandsentschädigung für die Durchführung der Aufgaben (s.Anl.1).

 

Träger und Initiator der I - Lotsen im Landkreis Cloppenburg ist die VHS. Das Land Niedersachsen finanziert im Rahmen des Programms „Integrationslotsen für Niedersachsen“ die Aus- und Fortbildung zu diesem ehrenamtlichen Engagement, gewährt aber keine Unterstützung für Organisation und Umsetzung der Hilfeleistungen. Es empfiehlt die Anbindung an vor Ort bestehende Vereine und Organisationen um die Arbeit der hauptamtlichen Tätigkeit zu ergänzen und zu unterstützen.

 

I - Lotsen übernehmen in den Städten und Gemeinden Aufgaben, die im öffentlichen Interesse liegen und verbessern die gesellschaftliche Integration und das Zusammenleben der Menschen. Sie tragen zur Entlastung öffentlicher Dienste bei.

 

In den Jahren 2008 bis 2012 hat die VHS Cloppenburg 59 I - Lotsen qualifiziert und auch teils zu Eltern- bzw. Gesundheitslotsen weitergebildet. Sie sind zwischen 16 und 70 Jahre alt. 40 von Ihnen haben einen eigenen Migrationshintergrund. Entsprechend ist die Vielfalt der Sprachkompetenzen (türkisch, syrisch, kurdisch, chinesisch, afghanisch, iranisch, vietnamesisch, kubanisch, peruanisch, indisch, russisch und irakisch). Deshalb sind Übersetzungen ein besonderer Aufgabenschwerpunkt. Caritas, Diakonie, Schulamt, Sozialamt, Jugendamt, Ausländerbehörde, Arztpraxen, Kitas, Schulen, Wohnheime, Krankenhäuser usw. werden als anfragende Stellen genannt.

 

Der überwiegende Teil der I - lotsen sind Frauen. Sie gehören unterschiedlichen Berufsgruppen an (z.B. Lehrer, Pflegekräfte, Sozialpädagogen, Hausfrauen, Ärzte, Studenten, Arbeiter etc.) und können ihre eigenen beruflichen Kompetenzen in entsprechenden Problemfällen in die Arbeit mit einbringen.

 

Neben konkreten Hilfen werden die Kontaktförderung untereinander und mit Einheimischen, die Vermittlung sonstiger integrativ förderlicher Informationen und Erfahrungen sowie frauenspezifischer Ansätze als wichtige Aufgaben aufgeführt.

 

In 2011 seien so über 2000 Stunden unentgeltlich geleistet worden. (s.Anl.2)

Die Einsatzorte sind über den gesamten Landkreis verteilt.

 

Die Arbeit der I - Lotsen wird von der VHS Cloppenburg intensiv unterstützt. Koordinierung, Dokumentation und Organisation ihrer Einsätze und Angebote werden überwiegend von

MitarbeiterInnen der VHS geleistet.

 

Seit Anfang 2011 haben die Lotsen ein eignes Büro im Alten Stadttor. Die Einrichtung des Büros wurde durch Spenden der Bürgerstiftung Cloppenburg finanziert.

 

Nach Angaben von Frau Amiry, der Koordinatorin der I – Lotsen, und der Direktorin der VHS, Frau Ostendorf, ist das Büro  zu einem Anlaufpunkt für viele Menschen geworden. Die notwendige Besetzung des Büros zum Erhalt bzw. Ausbau der Integrationsarbeit sei durch ausschließliches ehrenamtliches Engagement nicht mehr zu gewährleisten. Derzeit sind 30 aktive I - Lotse einsetzbar.

 

In einem Gespräch des Gesundheitsamtes mit Frau Amiry und Frau Ostendorf am 07.11.12 in der VHS wurden unter anderem verschiedene Möglichkeiten finanzieller Unterstützung durch unterschiedliche Kostenträger diskutiert. Zuwendungen aus Projektmitteln des Landes oder des Bundes sind z. T. abhängig von Vereinsstrukturen und an Kooperationen gebunden. Auch bei ehrenamtlichen Einsätzen besteht die Möglichkeit Aufwandsentschädigungen in Anspruch zu nehmen. Diese müssen allerdings seitens des Leistungserbringers benannt und liquidiert werden. Hierzu bestand in der Vergangenheit ohne professionelle Geschäftsstelle nicht die Möglichkeit. Auch die Inanspruchnahme sonstiger finanzieller Zuwendungen, z. B. aus Strafauflagen der Gerichte, wird durch Vereinskonstellationen erleichtert. Zudem können die vielfältigen Aktivitäten der I – Lotsen im Rahmen einer Vereinsstruktur optimal abgebildet und Verantwortungsebenen eindeutig definiert werden.

 

 

Es wurde daher einvernehmlich vereinbart, die  Möglichkeiten der Bildung eines eigenen Vereins mit den ProjektpartnerInnen abzustimmen. Zudem sollten Zahlen und sonstige Angaben zu der bisherigen Inanspruchnahme vorgelegt werden. Weiterhin wurde die Vorstellung des Projekts auf der ersten Sitzung des Netzwerks für Integration (NWI) Anfang 2013 in Aussicht gestellt. Hier sollte zu dem Bedarf und möglichen Alternativen im professionellen Bereich Stellung genommen werden.

 

Frau Ostendorf  stellte am 13.03.13 die Tätigkeiten der  - Lotsen und den Antrag vor. Grundsätzlich gab es bei den TeilnehmerInnen ein positives Votum. Die Aktivitäten können eine wichtige Ergänzung des vorhandenen Angebotes an Integrationsfachstellen darstellen. Eine Zusammenarbeit wurde für die Zukunft angeboten.

 

 

Leistungsangebote des Integrationslotsenbüros:

 

 

  • Sprachvermittlerdienste, Begleitung
  • Förderung ehrenamtlichen Engagements
  • Beratung bezüglich des Aufenthaltsstatus, Hilfen bei der Orientierung in der neuen Gesellschaft
  • Unterstützung bei der Suche von Sprachkursangeboten und Angebote von selbstorganisierten ehrenamtlichen Sprachkursen
  • Hilfen bei der Integration für neu zugewanderte und bereits länger hier lebende Migrantinnen und Migranten, Arbeits -und Praktikumssuche. Lebenslauf und Bewerbungen schreiben
  • Hilfen zur Haushaltsplanung und Einkaufstraining 
  • Vorträge über gesunde Ernährung, Infektionskrankheiten usw.
  • Hilfen für ratsuchende Migrantinnen und Migranten zur Inanspruchnahme vorhandener sozialer Angebote/ Bildungspaket usw.
  • Vermittlung ratsuchender Migrantinnen und Migranten an weiterführende Dienste der Ausländerbehörde, Jugendamt, Sozialamt, Diakonie, Caritas usw.
  • Erschließung und Förderung von Ressourcen, Unterstützung von Selbstorganisationen und Selbsthilfepotentialen Entwicklung von Teilhabemöglichkeiten von Zuwanderern und Ihrer Kinder an gesellschaftlichen Prozessen
  • Beratung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anderer sozialer Dienste in kulturellen Fragestellungen
  • Durch Selbstorganisation den Zugang zu z.B. Musik- oder Tanzunterricht zu

ermöglichen

  • Mentale Unterstützung und Beratung zu Rückkehrfragen
  • Fachliche und organisatorische Weiterentwicklung der  I - lotsen durch Tätigkeit in entsprechenden Netzwerken im Land Niedersachsen (Integrationslotsenarbeitsgemeinschaft)
  • Teilnahme an Fortbildungen des Landes und des Bundesministeriums für Integration

 

 

Statistik:

Die ehrenamtlich geleisteten Stunden verteilen sich auf die oben aufgeführten Arbeitsinhalte der IntegrationslotsenInnen:

 

2008:   286 Stunden

2009:   330 Stunden

2011:   2138 Stunden (Installierung eines Büros)

2010:   1444 Stunden

2012:   2400 Stunden

 

Der überwiegende Teil der geleisteten Arbeitsstunden setzt sich aus Bürosprechzeiten und Sprachkursen zusammen. (siehe Anhänge)

 

 

Kostenaufstellung des gestellten Antrags:

Bürokosten:                                                                              2.400 Euro

Durchführung der Aufgaben:                                       1.800 Euro

Personelle Besetzung, 1 Teilzeitkraft 20 Wochenstunden: 14.000 Euro

 

Gesamt:                                                                                  18.200 Euro

 

 

Bewertung Kreisverwaltung:

 

Die Kreisverwaltung schließt sich dem positiven Votum des NWI an. Die I-lotsen können mit ihrer eigenen Expertise einen wichtigen Beitrag für die Integration von MigrantenInnen im Landkreis Cloppenburg leisten.

Laut Koalitionsvereinbarung der neu gewählten Landesregierung sollen die Potentiale der    I-lotsen weiter ausgebaut und professionalisiert werden. Wieweit die kommunale Politik in diesem Umfeld eigene Akzente setzen will, ist zu diskutieren.

 

 

Zu beraten ist:

 

·        Ob als freiwillige Leistung des Landkreises Cloppenburg für das Haushaltsjahr 2013 ein Betrag von bis zu 18.200 Euro als Zuschuss bereit gestellt werden soll

·        Für welchen Zeitraum ein Zuschuss gewährt werden soll

 


Finanzierung:

 

Haushaltsmittel wurden für 2013 nicht eingeplant.

Produkt P1.414 000   - Maßnahmen der Gesundheitspflege

 

 


Anlagenverzeichnis:

 

·      Antrag vom 19.09.2012

·      2 x Statistik über geleistete Arbeitsstunden