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Name:V-SOZ/10/011  
Art:Sitzungsvorlage  
Datum:25.11.2010  
Betreff:Antrag des Caritas-Vereins Altenoythe auf Gewährung von Zuschüssen für die Kontaktstelle mit Krisendienst für das 2. Halbjahr 2010 sowie für das Jahr 2011
DokumenttypBezeichnungAktionen
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Sachverhalt:

 

Der Caritas-Verein Altenoythe beantragt mit Schreiben vom 07.07.2010 für die Weiterführung des früheren Projektes „Kontaktstelle mit Krisendienst“ für das zweite Halbjahr 2010 einen Zuschuss in Höhe von 8.100,00 € sowie für das Jahr 2011 in Höhe von 16.200,00 €.

 

Das Projekt „Kontaktstelle mit Krisendienst“ ist ein Gemeinschaftsprojekt des Caritas-Vereins Altenoythe, des St. Elisabeth-Stifts Lastrup, des St.- Josefs –Stifts/Gemeindepsychiatrisches Zentrum sowie des St. Leo- Stifts Essen mit dem Slogan : „Vier Träger ein Weg“. Der Projektzeitraum lief vom 01. Juli 2007 bis zum 30. Juni 2010. In dem Projekt Kontaktstelle mit Krisendienst wurde erstmalig im Landkreis Cloppenburg trägerübergreifend zusammengearbeitet. Alle Träger sind im Sozialpsychiatrischen Verbund verortet, die Mitglieder des Sozialpsychiatrischen Verbundes haben bei der letzten Mitgliederversammlung ein positives Votum für die Fortführung des Projektes abgegeben. Das Konzept ist damit wegweisend für die sozialpsychiatrische Arbeit im Landkreis Cloppenburg .

 

.Am 01. Juli 2007 wurde die Kontaktstelle eröffnet und am 01. November 2007 nahm der Krisendienst seine Arbeit auf. Beide Angebote sind nicht über Regelleistungsvereinbarungen mit den Kostenträgern laut niedersächsischem Rahmenvertrag abrechenbar, da sie als Ergänzungsangebote eingestuft sind. Das Land Niedersachsen kommt als Kostenträger nicht in Frage und für den Landkreis Cloppenburg handelt es sich um eine freiwillige Leistung ohne gesetzliche Verpflichtung.

 

Inhaltlich hatten beide Projektbestandteile von Beginn an wenig Gemeinsamkeiten, entwickelten sich im Verlauf in unterschiedliche Richtungen und haben zum derzeitigen Zeitpunkt keine wesentlichen Berührungspunkte mehr, bedingen sich auch nicht gegenseitig. Nichtsdestotrotz sehen die Träger eine Weiterführung als Gesamtprojekt schon aus Gründen der Rekrutierung von geeignetem Fachpersonal als wichtig an.

 

Die „Kontaktstelle“ ist ein niedrigschwelliges Kontakt- und Hilfsangebot für psychisch kranke Menschen, deren Angehörige, Freunde und interessierte Bürger –und Bürgerinnen des Landkreises Cloppenburg. Die Kontaktstelle hat sich im abgelaufen Projektzeitraum von 3 Jahren bei der Zielgruppe der psychisch Kranken und ihrer Angehörigen etabliert. Nach Angaben der Träger nehmen im Durchschnitt täglich 25 bis 30 Personen die Angebote der Kontaktstelle wahr. Zeitweise stieg die Zahl der Nutzer/innen auf 50 Personen an. Angebotene saisonale Feste seien von je 100 bis120 Besuchern besucht worden. Einzugsgebiet der Kontaktstelle ist der gesamte Landkreis Cloppenburg, schwerpunktmäßig kommen die Nutzer aus dem Stadtgebiet Cloppenburg und den angrenzenden Gemeinden. Es ist zu vermuten, dass weitere potentielle Nutzer vom Besuch ausgeschlossen sind aufgrund der schlechten öffentlichen Verkehrsanbindungen, fehlender Führerscheine und mangelnden privaten Fahrgelegenheiten.

 

Das Konzept mit einem Tagescafé und parallel dazu laufenden Angeboten zur Freizeitgestaltung ergänzt die vorhandenen Angebote der Eingliederungshilfe wie der stationären (Wohnheime), teilstationären (Tagesstätte, Werkstatt für psychisch Kranke) und ambulanten Versorgung (ambulante Wohnbetreuung) sowie der medizinischen Hilfen. Durch die Arbeitsaufnahme der Tagesklinik und Institutsambulanz der Karl-Jaspers –Klinik in der Kreisstadt wird sich die Zielgruppe der Kontaktstelle vermutlich weiter vergrößern. Viele psychisch Kranke sind zudem frühberentet oder arbeitslos und suchen, wenn überhaupt, nur geschützte Angebote in der Tagesstrukturierung auf.

 

 

 

Die Kontaktstelle ist ein Treffpunkt und ein Ort der Freiwilligenarbeit , an dem sich seelisch behinderte Menschen mit Gesunden treffen und dient so der Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen. Persönlicher Kontakt zu Betroffenen ist die effektivste Strategie zur Verringerung negativer Einstellungen gegenüber psychisch kranken Menschen. So wurde ab Beginn der Tätigkeit ein Beirat gebildet mit 14 Vertretern aus dem gesellschaftlichen Leben Cloppenburgs.

 

Die Öffnungszeiten der Kontaktstelle sind klientenorientiert ausgerichtet und bieten am Wochenende und an Feiertagen Angebote zur Freizeitgestaltung und zur Selbsthilfe und überbrücken damit ambulante Versorgungslücken.

 

Bezüglich der Kontaktstelle ist der im Projekt vorgesehene Übergang auf ehrenamtliche Mitarbeiter weitgehend gelungen, sie wird nach Ablauf der Modellphase jetzt von 25 ehrenamtlich Engagierten, von denen die Hälfte Erfahrung mit eigener psychischer Erkrankung hat, weitergeführt. Eine ergänzende Begleitung erfolgt bis Ende 2010 durch eine Dipl. Sozialarbeiterin-/pädagogin mit 19,25 Wochenstunden und ab Januar 2011 über 2 neu eingerichtete und derzeit über Landesmittel finanzierte „Ehrenamtsprojekte“ des Caritas-Vereins Alten-

oythe sowie des Gemeindepsychiatrischen Zentrums.

 

Die inhaltliche Begründung für den „Krisendienst“ war das Fehlen geeigneter Hilfen für Menschen mit psychischen Problemen an Wochenenden und Feiertagen. Zwar steht während der üblichen wöchentäglichen Öffnungszeiten ein weitgefächertes medizinisch-therapeutisches Hilfesystem mit niedergelassenen Fach- und Hausärzten und psychiatrischer Institutsambulanz sowie der Sozialpsychiatrische Dienst und ein umfangreiches sozialpsychiatrisches Hilfeangebot im Landkreis zur Verfügung. Diese Hilfen fehlen jedoch größtenteils an Wochenenden und Feiertagen.

 

Der Krisendienst wird durchgeführt von etwa 10 freiwilligen Fachkräften aus psychosozialen Einrichtungen des Landkreises, die gegen eine Aufwandspauschale telefonische Beratung an Wochenenden und Feiertagen für Menschen in seelischen Notlagen gewährleisten. Die fachliche Ausrichtung des Krisendienstes unterscheidet sich von der eher allgemeinen Lebensberatung, beispielsweise durch die Telefonseelsorge.

 

Der telefonische Krisendienst ist für folgende Zeiten geschaltet: Fr. 18.00-23.00 Uhr, Samstag und Sonntag sowie alle Feiertage von 14.00 –23.00 Uhr. In der Projektanlaufphase ergab sich zu Beginn lediglich einmal die Notwendigkeit eines Hausbesuches, in der Folgezeit erwiesen sich in allen Fällen eine telefonische Beratung und ggf. qualifizierte Weitervermittlung als ausreichend.

 

Nach erfasster Krisendienstauswertung vom November 2007 bis zum 25.09.2010 haben insgesamt 381 Anrufer dieses Angebot genutzt. (durchschnittlich als etwa 11 Personen pro Monat). Ein Daueranrufer, der ab April 2009 bis zum 25.09.2010 gesondert ausgewertet wurde, verursachte nahezu ein Drittel der Anrufe in dieser Zeit. Die überwiegende Anzahl der Anrufer sind Betroffene, aber auch Angehörige rufen an. Angehörige haben überwiegend Informationsbedarfe über Hilfeangebote und Wege, während Betroffene mit konkreten persönlichen Anliegen kommen. Es handelte sich inhaltlich größtenteils um zugespitzte Krisen von länger bestehenden Problematiken. Als Notfälle waren jährlich jeweils 10-20 % eingestuft. Die telefonische Beratungsdauer überschreitet in den meisten Fällen 15 Minuten nicht. Dieses mag an einem geringen Beratungsbedarf oder an einer guten fachlichen Qualifikation der Telefonberater/innen liegen, die qualifiziert weitervermitteln. Die Anrufe kommen aus dem gesamten Landkreis Cloppenburg. Außer dem Daueranrufer kommen wenige Anfragen aus anderen Regionen. Ein großer Anteil der Anrufer ist bereits über andere Hilfen im psychosozialen Versorgungssystem (z.B. Eingliederungshilfe, psychiatrische Behandlung) integriert.

 

Entsprechend den vorgelegten Finanzplänen besteht für den Zeitraum Juli bis Dezember 2010 ein Zuschussbedarf durch den Landkreis Cloppenburg in Höhe von 8.100,00 €, dementsprechend für das komplette Jahr 2011 in Höhe von 16.200,00 €. Die vorgesehenen Personal- und Sachkosten belaufen sich auf 13.092, 92 € für das 2. Halbjahr 2010 bzw. auf 26.185,84 € für 2011.

 

Bei den Personalkosten handelt es sich um Aufwandsentschädigungen für die ehrenamtlich Tätigen (Aufwandsentschädigung Kontaktstelle 2011 beträgt 2.400,00 €, für den Krisendienst 2011 sind 6.100,00 € erforderlich). Hinsichtlich der Aufwandsentschädigungen für den Krisendienst ist seitens der Träger ein Landeszuschuss beantragt und für 2010 auch bereits entsprechend bewilligt worden. Die Personalkosten für die Kontaktstelle sind nach Ablauf der Modellphase aufgrund der Umstellung von hauptamtlich Tätigen auf ehrenamtlich Tätige auf eine Aufwandsentschädigung von nur 2.400,00 € verringert worden.

 

Die Finanzierungspläne der dreijährigen Modellphase enthielten jeweils lediglich einen Sachkostenbetrag für die Miete sowie die Erstellung der Flyer, die weiteren Sachkosten wurden durch die Träger übernommen. Die jetzigen Finanzierungspläne enthalten für das 2. Halbjahr 2010 für sämtliche Sachkosten einen Betrag in Höhe von 8.842,00 €, für 2011 in Höhe von 17.685,84 €. Neben den beim Land Niedersachsen für den Krisendienst sowie beim Landkreis Cloppenburg für die Kontaktstelle und den Krisendienst beantragten Zuschüssen erfolgt die restliche Finanzierung über Eigenmittel der 4 Träger.

 

Zu beraten ist, ob dem Caritas-Verein Altenoythe für die Kontaktstelle mit Krisendienst über die dreijährige Modellphase hinaus

 

§                     für den Zeitraum Juli bis Dezember 2010 ein Zuschuss in Höhe von 8.100,00 € und

§                     für das Haushaltsjahr 2011 ein Zuschuss in Höhe von 16.200,00 €

 

gewährt werden soll.

 


Finanzierung:

 

In der Haushaltsplanung 2011 sind die o.a. beantragten Zuschüsse vorsorglich bereits berücksichtigt worden.

 

Produkt: P 1.412000 Gesundheitseinrichtungen

 

 


Anlagenverzeichnis:

 

 

§                     Anträge des Caritas-Vereins Altenoythe vom 07.07.2010 einschl. der Finanzierungspläne

§                     Auswertung des Krisendienstes vom 31.04.2009 –05.09.2010

 

·        Kontaktinitiative

·        Einschätzung der Problematik

·        Bestehende Hilfen der Anrufer