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Name:V-VERK/17/124  
Art:Sitzungsvorlage  
Datum:21.02.2017  
Betreff:Entschärfung gefährlicher Kreuzungsbereiche mit Kreisstraßen; hier: Kreuzungsbereich L 838 / L 840 / K 298 / K 358 in Bunnen
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Beschlussvorschlag:

 

Dem Kreistag wird folgende Beschlussfassung empfohlen:

 

Die NLStBV - GB Lingen soll die Entschärfung der Unfallhäufungsstelle in Bunnen in ihrer Zuständigkeit in Form einer Lichtsignalanlage in Kombination mit einem BÜSTRA-Adapter einschließlich Abbiegestreifen zügig weiter bearbeiten und zum nächstmöglichen Zeitpunkt umsetzen.

 


Sachverhalt:

 

Der Kreistag hat in seiner Sitzung am 15.10.2015 sowie ergänzend am 17.12.2015 beschlossen, unfallträchtige Kreuzungsbereiche mit Kreisstraßenbeteiligung durch die Verkehrsunfallkommission untersuchen zu lassen und, sofern die Kriterien für eine Unfallhäufungsstelle nicht gegeben sind, aber bei Erweiterung des zeitlichen Betrachtungszeitraumes erreicht würden, Vorschläge zur Entschärfung dieser Kreuzungsbereiche auszuarbeiten.

 

An den Kosten für diese Maßnahmen zur Entschärfung der Kreuzungsbereiche muss sich die Stadt oder Gemeinde, in deren Gebiet sich der Knotenpunkt befindet, zu 50 % beteiligen. Die Beteiligung ist vorab verbindlich zu erklären. Die Umsetzung der Maßnahme soll dann in Abstimmung mit der jeweiligen Stadt oder Gemeinde erfolgen.

 

Beim Knotenpunkt L 838 / L 840 / K 298 / K 358 in Bunnen handelt es sich um einen unfallträchtigen Kreuzungsbereich, der sich im Rahmen der Untersuchungen durch die Verkehrsunfallkommission zu einer Unfallhäufungsstelle entwickelt hat. Die Verkehrsunfallkommission hat diesen Kreuzungsbereich nach den Vorgaben für Unfallhäufungsstellen bearbeitet und als Ergebnis ihrer Untersuchungen gegenüber dem zuständigen Straßenbaulastträger, der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Geschäftsbereich Lingen (NLStBV, GB Lingen), die Empfehlung ausgesprochen, den Kreuzungsbereich durch den Bau einer Lichtzeichenanlage mit Vollsignalisierung verkehrssicherer zu gestalten. Als Sofortmaßnahme wurden von der Verkehrsbehörde Geschwindigkeitsbeschränkungen im Kreuzungsbereich angeordnet.

 

Mit Beschluss des Kreistages vom 07.06.2016 wurde der Auftrag erteilt, sowohl den Bau einer Lichtzeichenanlage mit Einbeziehung der Bahn als auch den Bau eines Kreisverkehrsplatzes zu prüfen und mit Kosten zu hinterlegen, um entscheiden zu können, welche bauliche Maßnahme zur Erhöhung der Verkehrssicherheit durchgeführt werden soll.

 

Die für die Planung zuständige NLStBV, GB Lingen, hat daraufhin eine Verkehrsuntersuchung durchführen lassen, in der neben den beiden o. g. Varianten auch der Bau von Linksabbiegestreifen untersucht wurde. Als Ergebnis des Variantenvergleichs wurde eine „Lichtsignalanlage in Kombination mit einem BÜSTRA-Adapter“ empfohlen. In dieser Variante sind auch neue Abbiegestreifen an der L 838 und K 358 für die Verkehre vorgesehen, die über den Bahnübergang führen. Durch diese Ausbauvariante lässt sich eine Verbesserung der Verkehrssicherheit sowie ein ungestörter Verkehrsfluss, auch bei Schrankenschließung, herbeiführen. Die Kosten für die „Lichtsignalanlage in Kombination mit einem BÜSTRA-Adapter“ inklusive Abbiegestreifen wurden nach einer ersten groben Schätzung mit 470.000,- € und für einen Kreisverkehrsplatz mit 830.000,- € angegeben.

 

In der Verkehrsausschusssitzung am 17.01.2017 wurde das Ergebnis des Variantenvergleichs vorgestellt. Um eine Entscheidung hinsichtlich der durchzuführenden Maßnahme treffen zu können, wurde vorgeschlagen, die Varianten der ortsansässigen Bevölkerung vorzustellen.

 

Daher wurde am 27.02.2017 in Bunnen ein Termin durchgeführt, in dem den Vertretern der Ortschaft die Planungsvarianten vorgestellt wurden. Danach stellte sich die bisher verfolgte Kreisverkehrslösung als nicht verkehrsgerecht und sicher dar. Eine dem Stand der Technik entsprechende Lösung zur Herstellung eines Kreisverkehrsplatzes inklusive ausreichendem Abstand zur Bahntrasse, rechtwinkliger Anschlüsse der Kreuzungsäste und Einhaltung der erforderlichen Kurvenradien würde umfangreiche Straßenverlegungen und dadurch erhebliche Mehrkosten nach sich ziehen. Die Kostenschätzung liegt bei ca. 3,9 Mio. Euro. Folglich ist aufgrund der örtlichen Gegebenheiten eine verkehrssichere und wirtschaftliche Alternative zur Ausstattung des Knotenpunktes mit einer Lichtsignalanlage mit einem BÜSTRA-Adapter nicht vorhanden. Dieser Darstellung wurde seitens der örtlichen Vertreter nicht widersprochen.


Finanzierung:

 

Die Arbeiten zur Entschärfung des Knotenpunktes werden voraussichtlich 2018 durchgeführt. Der Landkreis wird sich aufgrund der involvierten Kreisstraßen zu etwa 50 % an den Kosten beteiligen müssen.