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Name:V-KUL/18/110  
Art:Sitzungsvorlage  
Datum:25.05.2018  
Betreff:Institut für Kulturanthropologie des Oldenburger Münsterlandes
DokumenttypBezeichnungAktionen
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Dokument anzeigen: Kooperationsvereinbarung zum Institut für Kulturanthropologie des OM Dateigrösse: 368 KB Kooperationsvereinbarung zum Institut für Kulturanthropologie des OM 368 KB

Beschlussvorschlag:

Der Ausschuss für Kultur und Freizeit empfiehlt dem Kreistag, auf der Basis des dargestellten Konzeptes und der beigefügten Kooperationsvereinbarung das Institut für Kulturanthropologie des Oldenburger Münsterlandes mit zu gründen. Zur Finanzierung des An-Instituts stellt der Landkreis finanzielle Mittel von jährlich bis zu 170.000 EUR zur Verfügung.

 


Sachverhalt:

Die Region des Oldenburger Münsterlandes ist in Beschreibungen und der Wahrnehmung von außen vielfach geprägt durch negative Stereotype, die sich durch die Agrarindustrie ergeben. Schlagwörter wie Massentierhaltung, Nitratgehalt oder Trinkwasserbelastung werden immer wieder erwähnt. Durch die regelmäßigen Veröffentlichungen der Schweinedichte, der Zahl der Hühner, der Flächen des Obstbaus und die Zahl der Millionäre wird diese scheinbare Realität gefestigt. 


Unbeachtet werden dabei Themen wie: Die Folgen für Lebensgewohnheiten, Traditionen, soziale Umbrüche oder auch Abgrenzungen und religiöse Entwicklungen. Auch die Erforschung der reichhaltigen regionalen Kultur des Oldenburger Münsterlandes - der historischen wie gegenwärtigen - findet wenig statt. An den naheliegenden Universitäten mit volkskundlicher Ausrichtung wie Münster oder Göttingen findet keine regionale Forschung mehr statt und an den Universitäten in Oldenburg oder Vechta gibt es keine kulturanthropologischen oder volkskundlichen Institute. Mit der Folge, dass die angesichts der rasanten Globalisierung der Welt verstärkt in den Mittelpunkt rückenden regionale Kulturen und Identitäten nicht untersucht werden. Vor allem für das Oldenburger Münsterland hat dies zur Folge, dass die negativen Konnotationen und das Bild der Agrarindustrie: wegen Geld bewundert und wegen „Kulturlosigkeit“ verachtet, bestehen bleibt.

 

Menschen, historische Gegebenheiten und Entwicklungen haben kaum eine Chance, Beachtung zu finden. Dabei entwickelte sich die Region aus Bauernhöfen, aus landwirtschaftlichen Betrieben, begründet von innovativen Bauern und handwerklich begabten Heuerleuten zu einer Region mit vielen Unternehmen, die als Global Player auf dem weltweiten Markt unterwegs sind. 

Das Dokumentieren, Forschen und Publizieren sollte daher selbst aktiv übernommen werden. Auf der Basis eines Instituts für Kulturanthropologie für das Oldenburger Münsterland im Landkreis Cloppenburg (in der Stadt CLP) unter Nutzung der vorhandenen Infrastruktur der Universität Vechta und des Museumsdorfs Cloppenburgs, würden unter anderem folgende Fragestellungen untersucht werden:

·         Wie ist es um das kulturelle Erbe in der Region bestellt?

·         Wie gehen die Menschen mit den Keimzellen ihres Wohlstands, den Bauernhöfen, um?

·         Wie hat sich die Kulturlandschaft verändert?

·         Wie hat sich die Bevölkerung durch Zuzug und Änderungen in religiösen und familiären Strukturen verändert?

 

Ziel ist die kulturwissenschaftliche Inwertsetzung der Region durch wissenschaftliche Forschung statt der resignativen Akzeptanz von Stereotypen. Die Umsetzung der Forschungsergebnisse kann durch attraktive Ausstellungen im derzeit meistbesuchten Museums Niedersachsens (rund 270.000 Gäste jährlich) gewährleistet werden. Mit dem vorgesehenen Konzept entsteht in der Region erstmalig im deutschsprachigen Raum eine institutionalisierte Kooperation zwischen Universität und Museum, wodurch der Landkreis Cloppenburg im kulturellen Bereich weiter aufgewertet würde.

Durch die Anbindung an das Museumsdorf Cloppenburg – hier sind Grundausstattung und Infrastruktur vorhanden – wären nur geringfügige bauliche Zusatzmaßnahmen erforderlich und somit keine kostspieligen Investitionsmaßnahmen notwendig. Der Start des Instituts wäre im kreiseigenen, vom Museumsdorf in Nutzung genommenen ehemaligen Wärter- und Heimatbundhaus an der Museumstraße möglich. Der Landkreis profitiert mit dem angedockten Institut von der „Leuchtturmfunktion“ des Museumsdorfs Cloppenburg und kann durch die Einbindung der regionalen Wirtschaft mit Forschungsinteresse eine Imageverbesserung erreichen.

 

Seitens des Museumsdorfes und/oder der Uni Vechta wird das Konzept des Instituts für Kulturanthropologie des Oldenburger Münsterlandes in der Sitzung dargestellt und erläutert werden.

 


Finanzierung:

Im Produkt P1.251000 Wissenschaft und Forschung sind für das Haushaltsjahr 2018 Mittel in Höhe von bis zu 170.000 EUR für das Institut für Kulturanthropologie des Oldenburger Münsterlandes vorsorglich eingeplant

 


Anlagenverzeichnis:

Kooperationsvereinbarung zum Institut für Kulturanthropologie des Oldenburger Münsterlandes