Tagesordnungspunkt

TOP Ö 4: Erweiterung der Berufsbildenden Schulen Friesoythe am Standort Scheefenkamp

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Sitzung:21.02.2013   SCHUL/027/2013 
Vorlage:  V-SCHUL/13/055 
DokumenttypBezeichnungAktionen
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Kreisoberamtsrat Deeken trug den Sachverhalt laut Vorlage V-SCHUL/13/055 vor. Besonders wies er darauf hin, dass die Kosten für die energetische Sanierung des Altbautraktes D inklusive des Ausbaus des Dachgeschosses noch ermittelt und haushaltstechnisch zu einem späteren Zeitpunkt veranschlagt werden müssten.

 

Sodann erteilte der Vorsitzende Herrn Göken vom Architekturbüro Göken und Henckel GbR, Oldenburg, das Wort.

 

Herr Göken stellte mit einer Powerpoint-Präsentation (siehe Anlage) zunächst den Neubau der Werkstätten und den Bau eines Fluchtreppenhauses sowie die Anbindung an den Altbau und das Dachgeschoss detailliert vor. Bei den Planungen sei eine ökonomische Variante gewählt worden. Daher ergäben sich in den verschiedenen Bauteilen auch unterschiedliche Höhen, um das Bauvolumen so gering wie möglich zu halten. Das Treppenhaus stelle eine Fuge zwischen Alt- und Neubau dar. Mit dem Einbau eines behindertengerechten Aufzuges sei die barrierefreie Erreichbarkeit aller Geschosse gewährleistet. Durch den Neubau würde zudem ein geschlossener Pausenhof, der vielseitig zugänglich sei,  geschaffen. Die Nebenräume wie Lager und Erste-Hilfe-Raum seien um die Werkstätten angeordnet worden. In den Werkstätten sei ein gerade verlaufender Verbindungsgang geplant. So seien sämtliche Werkstattbereiche gut erreichbar und einsehbar.

 

Kreistagsabgeordneter Möller (CDU-Fraktion) erkundigte sich nach der Größe des Pausenhofes. Herr Göken teilte mit, dass der Pausenhof voraussichtlich etwa eine Größe von 600 qm bis 650 qm aufweisen würde.

 

Auf Nachfrage der Kreistagsabgeordneten Dr. Kannen (GRÜNE) erklärte Herr Göken, dass die Möglichkeit der Installation von Sonnenkollektoren auf dem Dach beleuchtet worden sei. Wichtig sei, dass eine Nachrüstung möglich sei. Aufgrund der Gebäudestruktur komme vorliegend eher das Errichten einer Photovoltaikanlage in Betracht.

 

Kreistagsabgeordneter Bohnstengel (SPD-Fraktion) erklärte, dass nachträgliche energetische Maßnahmen auf jeden Fall Gegenstand der Planungen sein müssten. Insoweit wies Herr Göken darauf hin, dass im umzusetzenden Programm eine Photovoltaikanlage nicht vorgesehen sei und entsprechende Kosten nicht in den Gesamtkosten, die er später darstellen werde, enthalten seien.

 

Die Leiterin der Kreis-Hochbauabteilung, Frau Münchow, wies darauf hin, dass für eine effiziente Nutzung der Dachflächen für Solar- oder Photovoltaiktechnik auf der Grundstücks-Südseite ein Baumbestand, der aber auch für eine Beschattung von Bedeutung sei, entfernt werden müsste.
Erster Kreisrat Frische erklärte dazu, dass es sich um eine wunderschöne Baumreihe handele. Der Bau-Ausschuss müsse sich zu gegebener Zeit mit dieser Thematik befassen.

Kreistagsabgeordneter Poppe (FDP) führte aus, dass sich die Installation einer Photovoltaikanlage wegen der aktuellen Rahmenbedingungen kaum rechnen würde.

Kreistagsabgeordneter Loots (Gruppe UBF) erkundigte sich nach der Höhe/Größe der Bäume. Frau Münchow erklärte, dass es sich um Bäume mit einem Durchmesser bis zu 50 cm handele.

 

Der Vorsitzende erklärte abschließend, dass der Bau-Ausschuss das Thema begleiten werde. Sinnvoll sei auf jeden Fall, technische Vorkehrungen für den Fall nachträglicher energetischer Maßnahmen zu treffen.

 

Herr Göken stellte anschließend die Planungen für den Altbau vor. Diese ließen  sich in die Teilbereiche Cafeteria mit WC-Anlagen, Pausenhalle und Verwaltung aufgliedern.

 

Die bisherigen WC-Anlagen seien überaltert und zu klein bemessen. Wichtig sei, eine vernünftige Anordnung im Baubestand zu finden.

 

Die Cafeteria sei im Bereich der Pausenhalle zu platzieren. Sie stelle einen zentralen Anlaufpunkt dar. Erforderlich seien ein Ausgabebereich, Abstellflächen, ein Ausgang nach draußen für externe Anlieferer und Personalumkleiden/Personal WCs. Angedacht sei zudem der Einbau von Rolläden im Ausgabebereich, um die Cafeteria schließen zu können.

 

Weiter führte Herr Göken aus, dass in der Pausenhalle Sitzplätze zu schaffen seien. Gleichzeitig müsse die Pausenhalle aber weiterhin für Veranstaltungen nutzbar bleiben. Daher solle die Abgrenzung des Sitzplatzbereiches mit beweglichen Pflanzenkübelelemente erfolgen.  Insgesamt würde die Pausenhalle wegen der zahlreichen Glasflächen sehr hell wirken.

Die zahlreichen Eingänge seien wegen der sich deshalb entwickelnden Zugluft als problematisch einzustufen. Daher müssten an verschiedenen Stellen Windfänge gebaut werden, um die Kälte wegzupuffern. Zudem erklärte Herr Göken, dass das Entwässerungssystem nicht mehr ausreichend funktioniere und insoweit umfangreiche Sanierungsarbeiten angezeigt seien. Außerdem sei die Beheizung der Pausenhalle bislang als mangelhaft einzustufen. Auf jeden Fall sei daher auch das bislang ungedämmte Dach zu erneuern.

 

Kreistagsabgeordneter Möller (CDU-Fraktion) fragte nach, ob auch die Bodenplatte Teil der Umbau- und Sanierungsarbeiten sei.

 

Herr Göken erklärte, dass beim Umbau von Altbauten energetisch betrachtet meistens die Bodenplatte die größte Schwachstelle sei. Würde eine Bodenplatte grund-saniert, würde dies als Folge in der Regel zahlreiche weitere Arbeiten nach sich ziehen.

 

Kreistagsabgeordneter Loots (Gruppe UBF) äußerte die Furcht vor einem Rattenschwanz an unvorhersehbaren Nachträgen.

 

Herr Göken erklärte, dass sich bei vergleichbaren Projekten fast immer die Frage stelle, ob eine Sanierung oder ein Neubau sinnvoller sei. Vorliegend entstehe aber kein neues, freistehendes Gebäude. Vielmehr sei eine bestmögliche Anbindung an den Bestand anzustreben. 

Auf Nachfrage der Kreistagsabgeordneten Dr. Kannen (GRÜNE) erklärte Herr Göken, dass die Verlegung eines „warmen“ Holzlattenbodens im Bereich der Cafeteria wegen der Brandgefahr zu einem Fluchtwegproblem führen würde. Frau Münchow wies darauf hin, dass nach den einschlägigen lebensmittelrechtlichen Bestimmungen ein leicht zu reinigender Bodenbelag vorgeschrieben sei. Die Verlegung eines Holzlattenbodens komme daher nicht in Betracht. 

 

Zum Bereich der Verwaltung führte Herr Göken sodann aus, dass kleinere Maßnahmen ausreichend seien. Neben Freistellungen und Rückbauten seien optische Maßnahmen wie der Einbau einer Glastür angedacht.

 

Abschließend stellte Herr Göken die für die verschiedenen Teilbereiche nach DIN 267 und dem Baukostenindex 2012 erstellten Kostenschätzungen und eine Terminschiene vor (siehe Anlage).

 

Danach belaufen sich die Kosten für den Erweiterungs-Neubau (nebst Bau Fluchttreppenhaus und Einbau Aufzugsanlage) auf 2.265.000,00 Euro. In dieser Summe sind Kosten für eine Photovoltaikanlage nicht enthalten.

Weiter belaufen sich die Kosten für den Bereich „Verwaltung“ auf 80.000,0 Euro, für den Bereich „Pausenhalle“ auf 372.000,00 Euro und für den Bereich „Cafeteria mit WC-Anlagen“ auf 537.000,00 Euro.

 

Bei einem Baubeginn im September oder Oktober 2013 würde bei entsprechender Witterung eine Baufertigstellung Ende der Sommerferien 2014 angestrebt. Angestrebt würde zudem eine Planung der Bau- und Sanierungsarbeiten, die den Schulbetrieb so gering wie möglich beeinträchtige.

 

Erster Kreisrat Frische und der Vorsitzende erklärten, dass im Haushalt 2013 für den Erweiterungs-Neubau eine Summe von 2.150.000,00 Euro eingestellt worden sei. Weitere Beträge seien in den Haushalt 2014 einzustellen.

 

Dr. Hoffschroer, Vertreter der Arbeitgeberverbände, bat darum, bei den Ausschreibungen auch kleineren Handwerksbetrieben aus der näheren Umgebung Chancen zu geben.

 

Kreistagsabgeordneter Bohnstengel (SPD-Fraktion) erklärte, dass sich die detaillierte Vorstellung der Maßnahmen konzeptionell überzeugend darstelle. Nach Umsetzung der Maßnahmen stehe die Schule baulich gut da und sei für die Zukunft gerüstet.

 

Kreistagsabgeordneter Möller (CDU-Fraktion) stellte heraus, dass die Überplanung sämtlicher Bereiche sinnvoll sei. Der gesamte Nordkreis würde von der Umsetzung der Baumaßnahmen profitieren.

 

Sodann dankte der Vorsitzende Herrn Göken für seine Ausführung und  beendete die Diskussion. Eine Beschlussfassung sei nicht erforderlich. Der Bau-Ausschuss werde die weitere Umsetzung der Maßnahmen begleiten.