Tagesordnungspunkt

TOP Ö 10: Radschnellverbindungen im Landkreis Cloppenburg

BezeichnungInhalt
Sitzung:13.02.2020   VERK/066/2020 
Beschluss:einstimmig beschlossen
Vorlage:  V-VERK/20/177 
DokumenttypBezeichnungAktionen
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Beschlussvorschlag:

Der Verkehrsausschuss beschloss einstimmig mit einer Enthaltung, dem Kreistag folgende Beschlussfassung zu empfehlen:

 

Die Kreisverwaltung wird beauftragt, die Umsetzung von Radschnellverbindungen für die vom Stadt- & Planungsbüro Kaulen empfohlenen priorisierten Korridore in einer Machbarkeitsstudie überprüfen zu lassen.


Herr Leitender Kreisverwaltungsdirektor Meyer führte in die Thematik ein und erläuterte entsprechend der Vorlage V-VERK/20/177 die Zielsetzung und das bisherige Vorgehen zur Eruierung von Radschnellverbindungen im Landkreis Cloppenburg. Er wies ausdrücklich darauf hin, dass es in dieser Sitzung des Verkehrsausschusses nicht darum gehe, bestimmte Verbindungen festzulegen, sondern darum, priorisierte Korridore im Rahmen einer Machbarkeitsstudie weiter zu untersuchen. Zur weiteren Vorstellung des Projektes übergab er das Wort an Herrn Reintjes vom Stadt- und Planungsbüro Kaulen.

 

Herr Reintjes informierte anhand der in der Anlage zu TOP 10 beigefügten Präsentation über die durchgeführte Potentialanalyse für Radschnellverbindungen im Landkreis Cloppenburg.

 

Anschließend erkundigte sich Herr Kreistagsabgeordneter Prof. Dr. Olivier nach den verkehrsrechtlichen Gründen für die Einrichtung von getrennten Radwegen pro Fahrtrichtung. In der Stadt Cloppenburg sei geplant, beidseitig der Fahrbahn Radwege anzulegen und keinen Begegnungsverkehr auf einem einseitigen Radweg zuzulassen.

 

Dies könne er bestätigen, erwiderte Herr Reintjes. Die Hürden für einen linksseitigen Radweg seien hoch, da es in den Einmündungsbereichen häufig zu Unfallschwerpunkten führe. Bei Radschnellwegen sei der Qualitätsstandard so hoch, dass es hier bauliche Lösungen gebe. Problem dabei sei, dass viel Platz erforderlich werde, der im Innerortsbereich häufig nicht zur Verfügung stehe. Daher sei für Cloppenburg evtl. eine Ringlösung bzw. tangentiale Verkehrsführung in die Überlegungen einzubeziehen.

 

Frau Kreistagsabgeordnete Wichmann äußerte, dass Radschnellwege zunächst futuristisch anmuten, an richtiger Stelle das Radwegenetz jedoch sinnvoll ergänzen könnten. Man dürfe allerdings das bestehende Radwegenetz nicht aus den Augen verlieren. Es bestehe weiterhin Bedarf, dieses auszubauen, zu sanieren und Lücken zu schließen, um ein attraktives und gutes Radwegenetz zu erhalten. Sie sehe die Studie auch als Informationsgrundlage für das bestehende Radwegenetz, welches um Radschnellverbindungen ergänzt werden könne.

 

Dies konnte Herr Reintjes bestätigen. Als Ergebnis werde ein Netz von potenziellen Radwegeverbindungen geliefert. Es mache Sinn, die vorgeschlagenen drei Korridore weiter zu betrachten, um zunächst eine Radschnellverbindung umzusetzen und so das Netz zu erweitern.

 

Herr Kreistagsabgeordneter Wesselmann äußerte sich positiv zur Potentialanalyse von Radschnellverbindungen. Im Unterschied zum bestehenden Radwegenetz werde die Attraktivität durch Radschnellwege gesteigert. Er sprach sich für eine weitergehende Untersuchung von drei Korridoren in alle Richtungen aus.

 

Herr Kreistagsabgeordneter Bohnstengel erkundigte sich, inwieweit der Tourismus, der für die Region eine große Bedeutung habe, einbezogen sei.

 

Ein Schwerpunkt für die Entwicklung von Radschnellwegen sei die Abwicklung der Alltagsverkehre, erläuterte Herr Reintjes. In der Potentialanalyse seien auch touristische Punkte, wie z. B. die Thülsfelder Talsperre, einbezogen worden, wenn dies sich angeboten habe. Grundsätzlich würden jedoch unterschiedliche Ziele verfolgt. Bei den Alltagsverkehren liege der Schwerpunkt auf einer schnellen Verbindung zwischen zwei Zielen. Für touristische Routen würden Wege durch eine schöne Landschaft etc. bevorzugt. Beides zusammen zu bringen sei schwierig.

 

Herr Leitender Kreisverwaltungsdirektor Meyer erläuterte, dass die Ermittlung der potentiellen Korridore in Zusammenarbeit mit den Städten, Gemeinden, den umliegenden Landkreisen usw. erfolgt sei. Er machte darauf aufmerksam, dass bei den nun folgenden Schritten eine noch intensivere Abstimmung mit den betroffenen Kommunen, wie z. B. dem Landkreis Vechta, zu erfolgen habe, um festzulegen, wie eine gut ausgebaute Radwegeverbindung aussehen könne.

 

Frau Kreistagsabgeordnete Hollah erkundigte sich, ob das Ergebnis der Machbarkeit der beiden Korridore in Nord-Süd-Richtung auch auf den dritten Korridor in Ost-West-Richtung übertragen werden könne. Für ein einheitliches Vorgehen sei die Übertragung einiger Dinge möglich, erklärte Herr Reintjes. Allerdings sei jeder Korridor im Bestand unterschiedlich und müsse separat betrachtet werden.

 

Zudem erkundigte sich Frau Kreistagsabgeordnete Hollah danach, ob ein Radschnellweg in Richtung Lastrup in die Planungen der E 233 aufgenommen werde. Die Trasse an der E 233 sei seines Erachtens insbesondere ewgen des Verkehrslärms und z. B. Blendwirkungen nicht attraktiv genug für eine solche Variante erläuterte Herr Leitender Kreisverwaltungsdirektor Meyer. Diesbezüglich sei seiner Meinung nach das nachgeordneter Wegenetz näher zu untersuchen.

 

Herr Kreistagsabgeordneter Roder erkundigte sich danach, ob die Möglichkeit bestehe, die Radschnellwege auch für die Nutzung mit Elektrofahrzeuge zu kombinieren. Viele ältere Menschen würden sich ein solches Fahrzeug anschaffen, wenn eine Nutzung des PKW nicht mehr vertretbar sei. Diesbezüglich sei zu prüfen, ob eine verträgliche Abwicklung erfolgen könne, antwortete Herr Reintjes.

 

Auf Nachfrage von Herrn Kreistagsabgeordneten Mutlu nach den ungefähren Kosten für einen Radschnellweg pro km sowie nach der Gesamtlänge eines Korridors erläuterte Herr Reintjes, dass die Höhe der Kosten stark vom Bestand und von den festgelegten Qualitätskriterien abhängig sei. Daher sei es schwer, einen Wert festzulegen. Für den Ruhr-Radschnellweg seien Kosten in Höhe von 1,5 Mio. EUR pro km angefallen, wobei hier auch Brückenbauwerke etc. gebaut worden seien. Zur Gesamtlänge verwies er auf Korridor Nr. 30, der eine Gesamtlänge von 21 km aufweise.

 

Frau Kreistagsabgeordnete Hollah bat um Auskunft zur Zeitdauer der Machbarkeitsstudie. Er gehe von einem Jahr aus, berichtete Herr Reintjes, da noch intensivere und vielfältigere Abstimmungen vorzunehmen seien.