Beschlussvorschlag:
Dem Kreistag
wird folgende Beschlussfassung empfohlen:
Die Verwaltung
wird beauftragt, das Pilotprojekt Periodenprodukte zeitnah an allen
kreiseigenen Schulen, die an dem Projekt teilnehmen möchten, für drei Jahre wie
beschrieben umzusetzen und entsprechende Haushaltsmittel einzuplanen.
Nach drei Jahren erfolgt eine Evaluation, als Grundlage für die dauerhafte Ergänzung der normalen Ausstattung mit Periodenprodukten.
Sachverhalt:
Seit dem letzten Herbst wurde auf Initiative der Schülervertretung (SV)
am CAG in Cloppenburg und in Kooperation mit der Gleichstellungsbeauftragten
Marén Feldhaus das Pilotprojekt „kostenlose Periodenprodukte“ (Spender mit
Binden- bzw. Tamponbefüllung auf sieben Schülerinnentoiletten) umgesetzt.
Dieses Pilotprojekt sollte zum einen zu einer Enttabuisierung und
Normalisierung der Menstruation beitragen, von Ängsten und Sorgen entlasten und
ggfs. Periodenarmut verringern. Zum anderen konnte es Erkenntnisse liefern, wie
ein solches Angebot angenommen wird und ob mit einer Überbeanspruchung oder gar
mit Vandalismus zu rechnen ist.
Nach einem halben Jahr Laufzeit konnte an dieser Schule ein erstes
positives Fazit gezogen werden. Das Angebot wurde über verschiedene Kanäle
kommuniziert und ist auf eine breite Akzeptanz bei den Schülerinnen und
Schülern, den Eltern und den Lehrkräften gestoßen.
Eine Überbeanspruchung konnte nicht festgestellt werden.
Vielmehr wurde verantwortungsbewusst mit den Produkten umgegangen.
Auch zu Vandalismus kam es nicht.
Die Entscheidung über die Anzahl und Verteilung sowie die anschließende
„Betreuung“ der Spender (=Kontrolle und Befüllung) lief in Abstimmung mit der
Schulleitung und dem Hausmeisterteam, jedoch in der Hauptverantwortung der SV
des CAG.
Diese Einbindung und Verantwortungsübernahme durch die SV des CAG war ein
entscheidender Erfolgsfaktor bei dem Projekt. Dieser soll auch bei der im
folgenden beschriebenen Ausweitung berücksichtigt werden.
Ausweitung der
Pilotphase:
An dieses Projekt soll jetzt angeknüpft werden. Gemeinsam mit den
Ämtern 40 (Amt für Schule, Kultur und ÖPNV) und 65 (Amt für Hochbau und
Liegenschaften) sowie der Gleichstellungsbeauftragte ist geplant, allen Schulen
in Kreisträgerschaft die Möglichkeit an der Teilnahme am Pilotprojekt
Periodenprodukte zu ermöglichen.
Dabei werden den Schulen Spender (bedarfsorientiert) und eine erste
Jahresbefüllung zur Verfügung gestellt. Die folgenden Befüllungen organisieren
die SV der teilnehmenden Schulen eigenverantwortlich, die Rechnungen können zur
Erstattung eingereicht werden. So können Bedarfsmengen ermittelt und weitere
Erkenntnisse zum Umgang mit den Spendern und den Periodenprodukten gesammelt
werden. Perspektivisch soll die Ausstattung mit kostenlosen Periodenprodukten
dann in die normale Ausstattung der Schultoiletten (Seife, Toilettenpapier,
Periodenprodukte, Papierhandtücher) integriert werden.
Es kann für die Anschaffung von Spendern und den Jahresbefüllungen an
den kreiseigenen Schulen mit folgenden Kosten gerechnet werden.
Dafür wurden Bedarfsangaben nach der Interessensbekundung bzw. die Stückzahlen
aus dem Pilotprojekt am CAG, als Höchstgrenze, zugrunde gelegt:
Bei der ersten Anschaffung (Spender plus Jahresbefüllung): bis zu 11.000,00 €
Für die weiteren Jahresbefüllungen: bis zu 7.000,00 €
Bei einem zeitnahen Start in Schulen noch in diesem Jahr werden die
Kosten über die genehmigten Haushaltsmittel abgedeckt. Im weiteren Verlauf
werden diese bei den Kostenstellen (s.unten) eingeplant.
Finanzierung:
Kostenstelle je kreiseigene Schule, SK 424162
